Nuklearmedizin - modernste Diagnostik und individualisierte Therapien

Viele Erkrankungen des Menschen und seiner Organe äußern sich in einer Störung der Funktionen und der inneren Abläufe, lange bevor man es an einer Änderung der groben Struktur eines Organs sehen kann. Nuklearmedizinische Verfahren können feinste Veränderungen im Körper sichtbar machen und werden seit Jahrzenten erfolgreich in der Diagnostik und Therapie bei Kindern und Erwachsenen angewendet. Um dies zu ermöglichen wird eine geringe Menge einer schwach radioaktiv markierten Substanz (Radiopharmakon) über eine Vene verabreicht. Nach einer kurzen Wartezeit kann die Verteilung dieser Substanz im Körper gemessen werden und daraus Bilder erstellt werden. Anders als in rein radiologischen Verfahren wie der Computertomographie (CT) findet hier keine reine "Durchleuchtung" des Patienten statt um Größe und Form eines bestimmten Organs zu beurteilen, stattdessen dient die vom Patienten ausgehende Strahlung als Grundlage für eine Bildgebung. Neben Form und Lage lassen sich so auch z.B. der Stoffwechsel eines Organs feststellen. Ihre Verbindung finden traditionelle radiologische Verfahren und nuklearmedizinische Verfahren in der Hybridbildgebung wie z.B. im SPECT/CT, im PET/CT oder im PET/MRT. 

Prinzip der nuklearmedizinischen DiagnostikGrundlegendes Prinzip der nuklearmedizinischen Diagnostik. 

An Beispielen sieht man (von links nach rechts) ein F18-FDG-PET/CT eines Patienten mit Kopf/Hals-Karzinom, einen "kalten" Knoten im Schilddrüsenszintigramm, eine unauffällige Knochenszintigraphie und ein Jod-131-Scan eines Patienten mit einem Schilddrüsenkarzinom. 

Viele radioaktive Substanzen werden bereits erfolgreich therapeutisch eingesetzt, z.B. in der Zerstörung von Krebszellen oder in der Behandlung von entzündeten Gelenken. In einigen Situation ist es möglich die selbe Trägersubstanz mit einer schwach radioaktiven Substanz für die Bildgebung und einer etwas stärker radioaktiven Substanz für die Therapie zu nutzen um so gezielt bestimmte Zellen passgenau zu treffen. Dieses Prinzip nennt man Theranostik als Verbindung von Therapie und Diagnostik und findet unter anderem beim Prostatakarzinom Anwendung.